Über uns

Das Rambach-Pädagogium ist eine Studienbegleitung für Lehramtsstudierende in Gießen. Studierende, die an der Justus-Liebig-Universität  Lehramt studieren, bekommen im Pädagogium Impulse für den zukünftigen Beruf als Lehrer(in). Auf der Grundlage des christlichen Glaubens werden hier wichtige Bereiche des Schulalltags und der Beziehung der Lehrer zu Kindern und Jugendlichen thematisiert. Das Angebot reicht von Vorträgen und Seminaren bis hin zu Kleingruppen und Lehrveranstaltungen an der Freien Theologischen Hochschule.

Bisher haben mehr als 100 Studentinnen und Studenten das Programm durchlaufen. Wenn Sie Interesse haben, dann melden Sie sich bitte bei uns. Wir schicken Ihnen gerne nähere Informationen zu.

"Ich war gerne im Rambach-Pädagogium, weil ich dort - über den Unistoff hinaus - wichtige Impulse für meinen späteren Beruf als Lehrerin bekommen habe." Isabel, Ehemalige

Scherer Isabel 2

 

Vergangene Highlights

18. 5. 2016  „Gottes Führung, Wirklichkeit oder Einbildung?“ Die Gießener Missionswissenschaftlerin Dr. Meiken Buchholz behandelte diese Frage anhand von Aussagen des 23. Psalms („Der Herr ist mein Hirte […] Er führet mich zum frischen Wasser […]“), die sie mit Erfahrungen aus ihrem Leben illustrierte. Sie betonte, Gott habe keinen genau festgelegten „Plan“ für unser Leben, den wir herauszufinden hätten, sondern vielmehr ein „Ziel“, Leben versöhnt mit ihm und zu seiner Ehre, das er auf unterschiedlichen Wegen erreichen könne. Gott führe gelegentlich durch außergewöhnliche Zeichen, oft aber auch einfach durch seinen in der Bibel offenbarten ethischen Willen und durch äußere Umstände und unsere Wünsche, Überlegungen und Entscheidungen, manchmal auch im Scheitern unserer Pläne. Entscheidend sei, als Schaf nah beim guten Hirten zu sein.

21. 4. 2016  In seinem Vortrag „Wie kann man mit Schülern motivierend über den Glauben reden?“ warb der Bonner Theologe und Gymnasiallehrer für Französisch und Religion Hartwig Schnurr darum, sich als Lehrer nicht vom Zynismus prägen zu lassen. Es sei entscheidend, dass Schüler das Herz ihrer Lehrer spürten und sie authentisch fänden. Lehrer lebten nicht nur unter manchen Zwängen, sondern hätten auch große Möglichkeiten, betonte Schnurr und berichtete von eigenen positiven Erfahrungen. Er ermutigte dazu, den Schülern inhaltlich Anspruchsvolles zuzumuten und sie zur eigenen Stellungnahme etwa in ethischen Fragen herauszufordern, aber auch klassische didaktische Formen wie Erzählen und Vorlesen neu zu entdecken. Er riet dazu, nach guten Arbeitsmaterialien zu Grenzfragen des Glaubens Ausschau zu halten, und empfahl die Homepage des Instituts für Glaube und Wissenschaft (www.iguw.de).

20. 1. 2016  Der evangelische Theologe Roland Denner referierte vor dem Hintergrund seiner jahrzehntelangen Erfahrung in der Arbeit mit Muslimen über den Umgang christlicher Lehrer mit muslimischen Schülern und Eltern. Er plädierte dafür, trotz der manchmal durch die Medien verstärkten Ängste die Begegnung und das Gespräch zu suchen und den Anderen als wertvolles Geschöpf Gottes zu sehen. Im Gespräch könne man auch verbreitete Missverständnisse ausräumen (z.B. das bei vielen Muslimen verbreitete biologische Verständnis des christlichen Titels „Sohn Gottes“ für Jesus). Denner sprach mögliche Konfliktfelder in der Schule an, die mit zum Teil anderen Erziehungswerten muslimischer Familien zusammenhingen, und gab praktische Hinweise, wie man solche Probleme konstruktiv lösen könnte.

26.11. 2015 Der Kinder- und Jugendpsychiater Dr. med. Christian Wolf, Klinikdirektor der Vitos Klinik Lahnhöhe in Marburg, sprach zum Thema „Warum zappelt Philipp? Vom Umgang mit Unruhestiftern und Störenfrieden“. Im Zentrum stand die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivi-tätsstörung (ADHS) mit ihren Kernsymptomen Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Überaktivität. Wolf erläuterte, dass es sich um eine komplexe Störung handele, für die bei gleichen Symptomen sehr unterschiedliche psychische, körperliche, psychosoziale u.a. Ursachen vorliegen könnten. Zentrale Aufgabe von Psychiatern, aber auch von betroffenen Eltern und Lehrern sei es zu verstehen, was bei dem Kind jeweils dahinter stehe – etwa durch intensives Reden mit ihm und mit anderen Personen in seinem Umfeld. Zur Behandlung von ADHS sei eine multimodale Therapie erforderlich, betonte Wolf.

22.10. 2015 Unter dem Titel „Mit Gott in der Hölle des ruandischen Völkermords“ gab Denise Uwimana Reinhardt als Überlebende, die damals ihren Mann und viele Verwandte verlor, einen bewegenden Einblick in ihr Erleben während des Genozids 1994, als die Weltgemeinschaft tatenlos zusah, wie innerhalb von nur hundert Tagen eine Million Menschen ermordet wurden. Sie berichtete von Gotteserfahrungen mitten im Leid und von ihrer Verarbeitung des Traumas, die auch den bewussten Schritt hin zu Vergebung und Versöhnung einschloss. Ihr heutiger Mann, Dr. Wolfgang Reinhardt, erläuterte die weit zurückreichenden historischen Hintergründe des Verbrechens an den „Tutzi“, in das auch viele Kirchen verstrickt waren, berichtete aber auch von unerwartet positiven Entwicklungen im Land seit der Katastrophe. Einzelheiten der Geschichte finden sich in ihrem lesenswerten Buch.

17.6. 2015 In ihrem Vortrag über „Einsatzmög-lichkeiten für christliche Pädagogen im Ausland“ berichtete die in Gießen ausgebildete Lehrerin Eva-Maria Göttmann aus ihrer langjährigen pädagogischen Tätigkeit in Thailand in Schüler-wohnheimen für Missionarskinder der ÜMG/OMF und als Mitarbeiterin im Vorstand der Christlichen Deutschen Schule Chiang Mai. Sie erläuterte, welche Möglichkeiten bestehen, in deutschen oder internationalen Schulen im Ausland tätig zu sein, und betonte den großen Bedarf und die Vielfalt der pädagogischen Einsatzmöglichkeiten. Oft handelt es sich um Arbeit mit Kindern, die in mehr als einer Kultur aufwachsen, sog. Third Culture Kids (TCKs). Göttmann stellte anschaulich deren besondere Stärken und Herausforderungen vor und ermutigte dazu, sich auf jedes Kind individuell einzulassen, nach Gottes guter Absicht für es zu fragen und daran zu arbeiten, dass niemand auf der Strecke bleibt.

21.5. 2015 Der langjährige Sonderschullehrer, Hochschuldozent und Schulbuchautor Dr. phil. habil. Heinz-Lothar Worm referierte zum Thema „Inklusion: Hintergründe, Herausforderungen und Hilfen für die Praxis“. Worm erläuterte die jüngere Geschichte der Bemühungen um die Integration von Kindern mit Behinderungen und erläuterte dann sein Modell der „Kompensationspädagogik“. Gemeinsames Lernen von Kindern mit Behinderungen und Regelschülern sei am ehesten an Schulen möglich, wo viel erlebnispädagogisch gearbeitet werde. Worm berichtete, wie positiv sich nach seiner Erfahrung etwa Verantwortung der Schüler für die Aufzucht von Tieren oder die Bewirtschaftung eines Schulgartens auf ihr Lernverhalten ausgewirkt habe. Er betonte die Notwendigkeit, Kindern in unserer zunehmend virtuell orientierten Kultur eine originäre Erfahrung mit der primären Welt zu ermöglichen.

29.4. 2015 Der Biophysiker Dr. Alexander Fink, Leiter des Marburger Instituts für Glaube und Wissenschaft, behandelte in seinem Vortrag „Hat die Naturwissenschaft Gott begraben?“ verschiedene Fehlschlüsse, die zu der Annahme eines Widerspruchs zwischen den Naturwissenschaften und dem Glauben an Gott führten – etwa die Annahme, mit dem Begreifen eines Mechanismus habe sich die Frage nach dessen Urheber erübrigt. Fink betonte, die Naturwissenschaften ließen die Gottesfrage in beide Richtungen offen, es gebe aber Indizien für einen personalen Gott, die auch von bedeutenden Fachwissenschaftlern angeführt würden, darunter die mathematische Methode der Naturwissenschaften, die Feinabstimmung des Universums und die Komplexität des Lebens. (Für weitere Informationen vgl. die Textsammlung auf der Homepage des IGuW und den neueren, von Fink mitproduzierten Dokumentarfilm.)

21.1. 2015 Stress an sich ist nicht gesundheits-gefährdend, sondern kann etwas sehr Gesundes sein, wenn es uns zum Handeln befähigt. Das betonte die Gießener Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapeutin Heike Gerhardt in ihrem Vortrag zu „Stress und Stressverarbeitung im Lehrerberuf“. Gefährlich sei dagegen Dauerstress ohne genügenden Ausgleich. Zu lange Energieabgabe mit zu wenig Wirkung unter Vernachlässigung der Energiezufuhr führe zur inneren Erschöpfung. Es sei daher wichtig, auf seine Ressourcen zu achten, nach Möglichkeiten des Ausgleichs zu suchen und ein realistisches Verhältnis zu den eigenen Grenzen zu gewinnen, wozu auch der christliche Glaube helfe. Anhand neuerer psychologischer Studien zeigte sie, welche Faktoren – etwa mangelnde Wertschätzung – in Lehrberufen als besonders belastend empfunden würden und welche Wege man beschreiten könne, sie zu reduzieren.

26.11. 2014 Zum Thema „Gender Mainstreaming: Auflösung der Geschlechter?“ hielt Prof. Dr. Christoph Raedel, Professor für Systematische Theologie und Theologiegeschichte an der FTH Gießen, einen informativen, sehr gut besuchten Vortrag, in dem er einen Überblick über das Konzept des Gender Mainstreaming und dessen historischen Hintergrund sowie Impulse für eine differenzierte Einordnung aus christlich-theologischer Sicht gab. Wichtige Gedanken seines Vortrags finden sich in einer aktuellen Publikation.

23.10. 2014 Tobias Braune-Krickau, Wissenschaftlicher Mitarbeiter für Praktische Theologie an der Universität Marburg, erläuterte in seinem Vortrag „Wie ticken Jugendliche 2.0? Milieusensible Einblicke in jugendliche Lebens- und Glaubenswelten“ die Bedeutung werte- und lebensstilbasierter gesellschaftlicher Milieus für unsere Prägung. An Beispielen illustrierte er plastisch Verständnisschwierigkeiten zwischen Menschen unterschiedlicher Milieus und das damit verbundene Konfliktpotential. Braune-Krickau sprach die von Soziologen beobachtete „Milieuverengung der Kirche“ an und diskutierte mit seinen Zuhörern die Frage, wie es christlichen Kirchen und Gemeinden gelingen könnte, auch jenseits der traditionell kirchennahen Milieus Jugendliche anzusprechen.

12.6. 2014 In ihrem Vortrag über „Die häufigsten psychischen Störungen bei Jugendlichen“ erläuterte die Fachärztin für Kinder- und Jugendpsychiatrie Dr. Andrea Schwalb Probleme wie Mobbing, Missbrauch, selbstverletzendes Verhalten, Süchte, ADHS, Leserechtschreib- und Rechenstörung, Schulangst und Depressionen. Sie betonte, die Symptomatiken seien je nach Lebensalter unterschiedlich, und unterstrich, wie wichtig es sei, dass Kinder auch im Zeitalter der neuen Medien echte soziale Beziehungen lernten. Schwalb riet angehenden Lehrerinnen und Lehrern, sich mit typischen Krankheitsbildern auseinanderzusetzen, um Probleme erkennen und betroffenen Schülern gegenüber richtig reagieren zu können.

14.5. 2014 In einem anschaulichen Vortrag über „Das Schüler-Lehrer-Verhältnis“ gab die Sozialpädagogin Anke Gollenia Hinweise für ein konstruktives Miteinander von Lehrern und Schülern auch in schwierigen Unterrichtssituationen. Wichtig sei es für die Lehrkraft, selbstbewusst und sicher aufzutreten, aber die Schüler auch spüren zu lassen, dass sie sich ernsthaft für sie interessiert. Störungen und Angriffe müsse man nicht einfach hinnehmen, es sei aber gut, den betreffenden Schüler nicht nur mit Vorwürfen zu konfrontieren, sondern auch Handlungsmöglichkeiten zu schaffen, die auf eine Veränderung der Verhaltensweise zielten. Einige Probleme ließen sich besser individuell nach einer Stunde als vor der ganzen Klasse klären, meinte Gollenia aus ihrer Erfahrung. Eine große Hilfe sei es für sie sich bewusst zu machen, dass alle Schüler von Gott geliebt seien.

24.4. 2014 Der Gießener Alttestamentler Dr. Walter Hilbrands wies in seinem Vortrag über „Das Gottesbild des Alten Testaments“ auf die Kontinuität zwischen Altem und Neuem Testament hin. Die Wesensmerkmale Gottes – etwa seine Einzigartigkeit, schöpferische Kraft und Allmacht, sein Königtum und universales Richteramt, seine Heiligkeit, Verborgenheit, Liebe und Barmherzigkeit – träten im Alten wie im Neuen Testament auf. Hilbrands ging auf die Kritik am Alten Testament von Marcion im 2. Jh. bis zum heutigen Neuen Atheismus ein und zeigte Missverständnisse auf, die sich hinter manchen verbreiteten Vorwürfen gegenüber den biblischen Texten, insb. in Bezug auf Krieg und Gewalt, verbergen. Er plädierte dafür, die Bandbreite alttestamentlicher Aussagen über Gott ernst zu nehmen, um zu einem vertieften Verständnis Gottes zu gelangen. Das Alte Testament sensibilisiere mit seinen Gerichtstexten für Gottes Missbilligung schuldhaften Verhaltens, es lehre aber zugleich seine Geduld und Vergebungs-bereitschaft und die Möglichkeit, ehrlich mit Gott zu kommunizieren. Beim Gebet etwa dürfe nach alttestamentlichem Zeugnis neben Lob und Bitte auch die Klage treten, meinte Hilbrands.

23.1. 2014 In seinem Vortrag „Kindesmissbrauch: Symptome – Folgen – Hilfe“ plädierte Prof. Dr. Helge Stadelmann, Praktischer Theologe und Rektor der FTH Gießen, dafür, das mit (geschätzt) mindestens 160.000 jährlichen Fällen in Deutschland erschreckend verbreitete Problem ernst zu nehmen. Es sei wichtig, in einer pädagogischen oder gemeindlichen Aufgabe möglichen Opfern Gelegenheit zu schaffen, sich einem Menschen anzuvertrauen und von dem oft als traumatisch Erlebten zu berichten. Dann gelte es, die Opfer mit langem Atem zu begleiten, die seelischen Folgen aufzuarbeiten und ihnen dabei zu helfen, gelingende Beziehungen in der Partnerschaft und gegenüber Gott aufzubauen. Opferschutz müsse immer vor Täterschutz gehen. Bei sexuellem Missbrauch handele es sich um einen Machtmissbrauch gegenüber einem Wehrlosen und damit ein (strafbares) Gewaltdelikt, an dessen körperlichen und seelischen Folgen Betroffene – in den meisten Fällen Mädchen, aber auch Jungen – oft Jahrzehnte lang litten. Der Weg der Heilung sei oft langwierig, aber lohnend, meinte Stadelmann.

News-Archiv

weitere Artikel

Aktuelles

Hier finden Sie eine Übersicht über die Vortragsabende im Sommersemester 2016.

Nächster Vortragsabend

WS 2016/17